{"id":503,"date":"2020-02-18T19:43:58","date_gmt":"2020-02-18T19:43:58","guid":{"rendered":"http:\/\/tastenblicke.de\/?p=503"},"modified":"2020-02-18T19:43:58","modified_gmt":"2020-02-18T19:43:58","slug":"nur-eine-kommode","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tastenblicke.de\/?p=503","title":{"rendered":"Nur eine Kommode"},"content":{"rendered":"<p>Sobald das letzte Engelchen verpackt, die Lichterketten, Zapfen und Tannengirlanden verstaut sind, regt sich in mir regelm\u00e4\u00dfig zu Beginn eines neuen Jahres ein gewisser \u201eFr\u00fchjahrsputztrieb\u201c.<\/p>\n<p>Die Phase h\u00e4lt unterschiedlich lange an, und man muss sich ranhalten , um m\u00f6glichst viel zu schaffen, ehe der Trieb bzw. die Motivation nachl\u00e4sst. Auch in diesem Jahr ist das nicht anders. Die Kisten mit der Weihnachtsdeko sind wieder an ihrem Platz, und bevor der Garten nach mir ruft, k\u00fcmmere ich mich um das Interieur des Hauses. Normalerweise nehme ich mir ein Zimmer nach dem anderen vor, pflege B\u00f6den, wasche Gardinen, putze Fenster, mache in Schubladen und Schr\u00e4nken Inventur und lasse allen M\u00f6beln eine individuelle Wellnessbehandlung zukommen. In diesem Jahr beginne ich hochmotiviert in der Diele und sto\u00dfe dort allerdings schon recht bald auf ein Problem.<\/p>\n<p>Die alte Kommode, Aufbewahrungsort f\u00fcr Schals, T\u00fccher, Loops, Handschuhe, Knirpse, faltbare Einkaufsbeutel, Teelichter, Kerzen, Lippenstifte und Tempotaschent\u00fccher, sie platzt aus allen N\u00e4hten. Doch damit nicht genug, irgendwie ist dieses M\u00f6bel absolut abgenutzt. Das Furnier ist runter, und alle m\u00f6belkosmetischen Ma\u00dfnahmen, sei es mit Politur oder Holzfarbe sind zwecklos. Das Teil ist einfach nicht mehr sch\u00f6n. Der Lack ist ab! Was also tun? Nun, eine neue etwas gr\u00f6\u00dfere Kommode w\u00e4re u. U. eine Investition , die man am Beginn eines Jahres ins Auge fassen k\u00f6nnte. Da sollte es wohl kein Problem geben, etwas Passendes zu finden. Wir begeben uns also auf die Suche und werden auch schon recht bald f\u00fcndig. Ein stilvolles M\u00f6bel in kirschholzfarbigem Holz hat es uns angetan. Nur zu dumm, dass das erw\u00e4hlte Teil farblich so gar nicht zu dem dunkelbraunen Dielenschrank passt, der genau vis a vis seinen Platz hat. N\u00e4her besehen ist dieser Schrank allerdings auch schon m\u00e4chtig in die Jahre gekommen, \u00e4chzt, klemmt und hat divere Gebrauchsspuren. Da ist es ja fast ein Zeichen, dass es passend zur ausgew\u00e4hlten Kommode von der gleichen Serie auch entsprechende Dielenschr\u00e4nke gibt. Das k\u00f6nnte uns gefallen, und den kirschbaumfarbigen Stuhl, der neben dem Schrank seinen Platz hat, den kann man nat\u00fcrlich auch haben. Es ist ja nur logisch, dass der alte nun weder von Farbe noch Form dort l\u00e4nger stehen kann.<\/p>\n<p>Die M\u00f6bel haben eine gewisse Lieferzeit, aber vor unserem geistigen Auge sehen wir bereits alles vor uns. Irgendwie bekommt unsere Diele allein durch diese drei St\u00fccke schon einen ganz anderen Charakter. Sch\u00f6n wird es aussehen, und so stimmig! W\u00e4re da nicht der olle alte hellbeige Fliesenboden, der zugegeben nicht nur in der Diele, sondern im ganzen Treppenhaus liegt und nun eigentlich optisch den Gesamteindruck st\u00f6rt. Ein sch\u00f6ner Gr\u00fcnton in Vinyl, korrespondierend mit der Tapete und den T\u00fcren, das w\u00e4re genial!<\/p>\n<p>Diese Idee allerdings stellt den H\u00e4ndler unseres Vertrauens auf eine harte Probe. Wer fragt schon nach einem petrolgr\u00fcnen Bodenbelag? Er vergewissert sich mehrfach, ob nicht etwas anderes auch bzw. noch viel besser passen w\u00fcrde, aber wir sind uns sicher und bleiben bei unserer Entscheidung. Schlie\u00dflich f\u00fcgt er sich kopfsch\u00fcttelnd und voller Zweifel dem doch lukrativen Auftrag.<\/p>\n<p>Kaum ist der Boden verlegt, wird klar, dass die gro\u00dfe Schmutzmatte im Windfang da nicht bleiben kann. Sie wird durch eine kleine echte Br\u00fccke ersetzt, was den Boden gleich noch viel besser zur Geltung kommen l\u00e4sst. Wir lassen unseren Blick schweifen und sind mit dem Ergebnis zufrieden. Das Gr\u00fcn des Fu\u00dfbodens harmoniert perfekt mit der Tapete und den T\u00fcren \u2013 und doch irgend etwas st\u00f6rt. Genau, es sind die Holzstufen der Treppe, die sich durch das ganze Treppenhaus vom Keller bis zum Dachgeschoss erstreckt. Diese Stufen passen weder zu den neuen M\u00f6beln noch sehen sie \u00fcberhaupt gut aus. W\u00e4ren auch sie im gleichen Farbton wie Kommode und Schrank, g\u00e4be das so eine wunderbare Einheit. Der fachkundige Tischler h\u00e4lt das f\u00fcr machbar, allerdings nur, indem er ganz neue Treppenstufen anbringt. Dass dabei auch die Handl\u00e4ufe ausgetauscht werden m\u00fcssen, versteht sich ja von selbst.<\/p>\n<p>Ob der gute alte Teppich schlussendlich liegenbleiben kann, das muss man sehen. Auf jeden Fall passt mein neuer gr\u00fcner Mantel farblich perfekt an den Garderobenhaken im Windfang. Die braune Steppjacke lasse ich lieber im Schrank verschwinden \u2013 schlechtes Augenkarma. Ach ja, und was den Fr\u00fchjahrsputz angeht, da mache ich jetzt lieber erst einmal eine Pause. Eigentlich w\u00e4re das Wohnzimmer dran, aber wer wei\u00df, wohin das f\u00fchrt, auch wenn ich dort nur ein Sofakissen erneuern m\u00f6chte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sobald das letzte Engelchen verpackt, die Lichterketten, Zapfen und Tannengirlanden verstaut sind, regt sich in mir regelm\u00e4\u00dfig zu Beginn eines neuen Jahres ein gewisser \u201eFr\u00fchjahrsputztrieb\u201c. 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