{"id":158,"date":"2015-07-23T10:43:10","date_gmt":"2015-07-23T10:43:10","guid":{"rendered":"http:\/\/tastenblicke.de\/?p=158"},"modified":"2015-07-23T10:43:10","modified_gmt":"2015-07-23T10:43:10","slug":"gewitter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tastenblicke.de\/?p=158","title":{"rendered":"Gewitter"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es ist so einer dieser typischen Tage am See. Die Luft flimmert in der Hitze, das Wasser schl\u00e4gt in tr\u00e4gen kleinen Wellen an den Steg, und selbst die Libellen scheinen ihre Lust am Seerosenteich verloren zu haben.<br \/>\nIch versuche der um sich greifenden Tr\u00e4gheit zu entgehen und will eine Runde mit dem Boot \u00fcber den See paddeln. W\u00e4hrend ich mir noch Sonnenhut, Brille und Paddel zurecht lege, schaue ich zum Himmel.<br \/>\nAuf der anderen Seite des Sees schiebt sich wie aus dem Nichts eine riesige dunkle Wolke hinter den Bergen hervor. Wie ein gro\u00dfes schwarzes Ungeheuer legt sich ihr Schatten pl\u00f6tzlich auf See und Ufer und l\u00f6st eine erwartungsvolle Ruhe aus.<br \/>\nDann pl\u00f6tzlich ohne Vorwarnung bl\u00e4st der Sturm los, fegt die Handt\u00fccher von den Liegen und wirft die ersten Sonnenschirme um. Als ob auch sie von einem kr\u00e4ftigen Windsto\u00df gepackt w\u00fcrden, verlassen die Leute ihre Liegen und den kleinen Badestrand und eilen hinauf zum Hotel in die sichere Umgebung ihrer Zimmer.<br \/>\nEs vergehen nur wenige Minuten, ehe die Liegewiese menschenleer und der Himmel voll dunkler Wolken ist. Schon beginnt es in der Ferne zu donnern. Die Wasserschutzpolizei f\u00e4hrt \u00fcber den See und vertreibt die letzten Boote und Luftmatratzen, w\u00e4hrend der Bademeister Sonnenschirme, Handt\u00fccher, Schwimmfl\u00fcgel und zur\u00fcckgelassenes \u201eStrandgut\u201c rettet.<br \/>\nTaghell krachen jetzt die Blitze aus dem dunklen Wolkengebirge, hinter dem die eigentlichen Berge v\u00f6llig verschwunden sind. Urpl\u00f6tzlich beginnt es zu regnen. Dicke Tropfen zuerst, die wie gef\u00fcllte Wasserkugeln auf der Erde zerspringen. Immer mehr kommen davon, und immer schneller st\u00fcrzen sie aus den Wolken. Schon bald sch\u00fcttet es derma\u00dfen, dass sich Abfl\u00fcsse und Dachrinnen m\u00e4chtig verschlucken, ehe sie resigniert aufgeben und die ganze Flut nur noch \u00fcber sich hinweg laufen lassen. Allein der See liegt geduldig da und nimmt auf, was von oben mit solcher Wucht auf ihn niedergeht.<br \/>\nDann, als h\u00e4tten die Wolken schlagartig ihre Lust verloren, h\u00f6rt es auf. Eine Zeitlang tropft es noch von den B\u00e4umen, und die Gullys versuchen nachzuholen, was sie vorher nicht geschafft haben. Kleine Sturzb\u00e4che werden wieder zu Rinnsalen und ziehen sich in ihre Furchen zur\u00fcck, und die Berge trauen sich vorsichtig hinter der immer d\u00fcnner werdenden Wolkenwand hervor. Es dauert nicht lange, schon hat die Sonne ein Loch durch die Wolken gebrannt. Man hat den Eindruck, die Natur ist damit besch\u00e4ftigt sich abzutrocknen.<br \/>\nDie ersten Mutigen sind bereits wieder auf dem See, Sonnenschirme sprie\u00dfen wie Pilze aus dem Boden, und eine erneute V\u00f6lkerwanderung \u2013 diesmal vom Hotel hinunter zum See \u2013 setzt ein.<br \/>\nEs ist gerade so, als wolle die Natur sagen:<br \/>\n\u201eWir bitten vielmals um Entschuldigung f\u00fcr diese kurze Unterbrechung!\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Es ist so einer dieser typischen Tage am See. 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